Rechtzeitig zum neuen Jahr haben wir uns gefragt welche Fähig- und Fertigkeiten eigentlich im neuen Jahrzehnt in der Arbeitswelt gefordert sind. Glaubt man vielen Zukunftsforschern und Trendagenturen, wird es zu immer schnelleren und tiefgreifenden Veränderungen in fast allen Lebensbereichen kommen. Digitale Transformation, disruptive Technologien, Blockchain, Künstliche Intelligenz und Virtual Reality, die Buzz-Wörter der vergangenen Jahre, werden uns auch weiterhin begleiten und uns vor neue Aufgaben und Probleme stellen. Doch welche Skills sind erforderlich, um für die Zukunft gut gerüstet zu sein?

Bereits 2012 hat das IFTF (Institute For The Future) eine Liste an Anforderungen für Werktätige im Jahr 2020 veröffentlicht und darin die notwendigen Fähigkeiten für Beschäftigte aufgelistet.

Im Zweiten Teil unseres Beitrags werden wir uns den Hochschulbildungsreport 2020 des Stiftungsverbands und McKinseys ansehen, der sich ebenfalls diesem Themas angenommen hat und die zukünftig benötigten Fähigkeiten etwas genauer beschreibt.

 

Schauen wir uns im ersten Teil einmal das Anforderungsprofil an, welches das IFTF für 2020 für endscheitend hält:

1. Interpretationsfähigkeit: Die Fähigkeit, den tieferen Sinn in Botschaften zu erkennen Wir müssen lernen, aus den vorliegenden Informationen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

2. Soziale Intelligenz: Die Fähigkeit, mit anderen in direkten Kontakt zu treten und diese Kontakte positiv zu gestalten. Wir werden immer weniger alleine an Aufgaben und Projekten arbeiten, sondern immer häufiger mit anderen Menschen gemeinsam planen und entwickeln. Soziale Intelligenz ist hierzwingend notwendig.

3. Adaptives Denken: Die Fähigkeit zu originellem Denken. Neue Probleme müssen situationsspezifisch erkannt und kreativ angegangen werden. Weg vom Schema „if this, than that“ – das werden künftig Maschinen leisten. Bekannte und funktionierende Lösungen können auf unbekannte Problemstellungen angepasst und angewandt werden.

4. Interkulturelle Kompetenz: In einer globalen Wirtschaft wird die Fähigkeit essentiell sein, mit unterschiedlichen Kulturen und Sprachen umgehen und Diversity nutzen zu können.

5. Digitales Denken: Die Fähigkeit, Datenmengen zu analysieren und in abstrakte Konzepte zu übertragen. Wir müssen lernen, komplexe Daten und Zusammenhänge in Algorithmen und computerisierten Modellen auszudrücken und als solche zu verstehen.

6. Medienkompetenz: Die Fähigkeit, Inhalte mithilfe neuer medialer Formen zu erstellen und sich diese für eine überzeugungskräftige Kommunikation zunutze zu machen. Neue Medienarten und -technologien werden im Alltag und der Arbeitswelt genutzt. Diese müssen verstanden und beherrscht werden.

7. Transdisziplinarität: Die Fähigkeit, die Konzepte unterschiedlicher Wissenszweige zu verknüpfen. Transdisziplinarität bedeutet nicht, wer wenig von allem weiß ist gut gerüstet, sondern jeder Spezialist muss auch die externen Anknüpfungspunkte seiner eigenen Arbeit verstehen.

8. Designer-Mentalität: Gestalterisches Denken und die Fähigkeit, Aufgaben und Prozesse kreativ zu entwickeln, um gewünschte Ergebnisse zu erzielen. Prozesse und Produkte müssen mit dem nötigen Blick für Details, Anforderungen und Nutzen für den Anwender gestaltet werden.

9. Kognitive Balance: Die Fähigkeit, Informationen nach Wichtigkeit und Relevanz zu filtern und kognitive Prozesse zu optimieren. Die Flut an Daten und immer neuer vermeintlich wichtiger Informationen verlangt die Fähigkeit, diese zu filtern.

10. Online-Teamfähigkeit: Virtuelle Zusammenarbeit und die Fähigkeit, auch bei lediglich virtueller Anwesenheit als vollwertiges Teammitglied zu fungieren. Seine eigenen Positionen in einer realem Teamsitzung zu vertreten und durchzusetzen ist eine Sache, sich virtuell zu behaupten ein ganz andere. Auch wenn Teamarbeit nicht zwangsläufig schwieriger wird, so muss sie neugestaltet und neu gelernt werden. Ebenso wird die Konsensfindung neue ungewohnte Wege gehen und ein neues Denken von uns erfordern.

Diese Auflistung stellt kein Ranking dar, sondern die Fähigkeiten gelten als gleichwertig. Je nach Berufsfeld wird eine andere Kombination oder eine stärkere Ausprägung einzelner Fähigkeiten benötigt, um den kommenden Anforderungen gerecht zu werden.

Welche Fähigkeiten benötigt Ihr Berufsfeld? Konnten Sie diese erfolgreich aufbauen? Oder fehlen für Ihr Berufsbild sogar grundlegende Fähigkeiten, die hier nicht genannt wurden?

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